Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. hat heute seine Stellungnahme zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsplans Rhein-Neckar abgegeben. Ein dem BUND sehr wichtiger Aspekt wurde bei der Planung berücksichtigt. „Der Pfälzerwald erhält laut den Plänen keine Vorrangflächen für Windenergie“, begrüßt Dr. Holger Schindler, stellvertretender BUND Landesvorsitzender. Dr. Heinz Schlapkohl, BUND-Vertreter im Ausschuss des Bezirksverbandes zum Biosphärenreservat Pfälzerwald, erläutert, warum dies dem BUND so wichtig ist: „Der Pfälzerwald ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas und zeichnet sich noch durch seine weitgehende Unzerschnittenheit aus. Deshalb fordert auch das für Biosphärenreservate zuständige MAB-Komitee, dass die bewaldeten Teile des Biosphärenreservats von Windkraft frei gehalten werden sollen.“

Der BUND ist überzeugt, dass eine Umsetzung der Energiewende in der Region und in Rheinland-Pfalz auch ohne Windkraftanlagen im Pfälzerwald möglich ist. Dies zeige der vorliegende Entwurf des Regionalplanes.

Im Pfälzerwald gebe es ohnehin nur wenige Stellen, die über genügend Wind verfügten. Deshalb brauche man alternative Standorte, bei denen die Windhöffigkeit stimmt. „In der Region eignen sich z. B. Teile der Vorderpfalz für Windenergieanlagen, etwa nördlich von Herxheim“, erläutert Schindler, stellvertretender Landesvorsitzender.

Fatal sei es laut BUND, dass die Vorgaben des regionalen Raumordnungsplanes seit der Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) IV 2012 keine steuernde Wirkung mehr entfalten könnten. Bis dahin konnten die Planungsgemeinschaften beschließen, dass außerhalb von Vorranggebieten keine Anlagen gebaut werden dürfen. Diese Möglichkeit wurde ihnen genommen. Dies führt dazu, dass nach dem aktuellen Landesentwicklungsplan nun auch außerhalb der Vorranggebiete, also auch im Pfälzerwald, Windkraftanlagen geplant und gebaut werden können. „Wir werden uns auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass es so weit nicht kommt“, betont Dr. Schindler. „Der Pfälzerwald, der gerade auf den zentralen Hochlagen einen hohen Laubwaldanteil hat, bietet insbesondere für Fledermäuse einen wertvollen Lebensraum. Da kaum Untersuchungen über die Auswirkungen der Windräder auf Fledermäuse vorhanden sind und kein Monitoring im Land durchgeführt wird, sollten naturnahe Wälder wie der Pfälzerwald schon aus Gründen der Umweltvorsorge windkraftfrei bleiben. Deshalb lehnt auch der Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz den Bau von Windrädern v. a. im zentralen Pfälzerwald ab“, betont abschließend der Landesvorsitzende Harry Neumann.

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Dr. Holger Schindler, 06306 701505
Sabine Yacoub, 06131-62706-0 oder 0174-9971892