Klimawissenschaftler*innen sagen es seit Jahren voraus: Durch die Klimakrise werden sich nicht nur Dürre-, sondern auch Hochwasserphasen drastisch verschärfen. Durch die Zunahme von Starkregenereignissen wird es vermehrt zu  Extremhochwassern wie aktuell in der Eifel kommen.

„Die derzeitigen Wetterextreme mit ihren katastrophalen Folgen machen überdeutlich, dass wir unsere Anstrengungen, die Klimakrise zu stoppen, deutlich erhöhen müssen“, meint BUND Landesvorsitzende Sabine Yacoub. „ Außerdem müssen dringend längst fällige Maßnahmen zur Abmilderung von Hochwasserfluten umgesetzt werden: Auch kleinere Gewässer müssen wieder mehr Raum bekommen, in den sie sich bei hohen Niederschlägen ausbreiten können. Moore müssen renaturiert werden und das Wasseraufnahmevermögen der Böden in der Land- und Forstwirtschaft muss deutlich verbessert werden. Außerdem müssen wir die weitere Flächenversiegelung stoppen.“

Wenn es aber – wie in den letzten Tagen – 200 Liter pro Quadratmeter auf vorgesättigte Böden regnet, können auch die genannten Maßnahmen den Hochwasserabfluss nicht verhindern, sondern allenfalls noch etwas dämpfen. Insofern sind in den Ortschaften auch bauliche Maßnahmen notwendig, um das Schlimmste zumindest abzumildern. Auf Hochwassergefahren- und -risikokarten muss den Bürgermeister*innen, Gemeinderät*innen und Einwohner*innen verdeutlicht werden, wo in den Ortschaften beispielsweise Hochwasserabflussrinnen freigehalten und Türen, Kellerfenster, Tiefgarageneinfahrten u.a. durch Aufkantungen gesichert werden müssen.

Holger Schindler, Regionalbeauftragter des BUND Rheinland-Pfalz: „Gleichwohl wird es sich angesichts der sich rasant verschärfenden Klimakrise nicht verhindern lassen, dass künftig ganze Ortschaften in den Tälern der Mittelgebirgsregionen großflächig überflutet werden. Deshalb schlägt der BUND vor, dass für Ortschaften in Tallagen vorsorglich Risikomanagement- und Evakuierungspläne sowie Rettungsszenarien für den Hochwasser-Katastrophenfall erstellt und regelmäßig erprobt werden.“

Voraussichtlich wird das Tief „Bernd“ am Mittel- und Niederrhein „nur“ zu einem Hochwasser führen, wie es statistisch gesehen etwa alle zehn Jahre zu erwarten ist. Der Rhein schickt damit einen „Klimawarnschuss“: Das jetzt ablaufende Hochwasser ist eine Mahnung, dass es mit der seit den Nullerjahren anhaltenden Ruhe an der rheinischen Hochwasserfront wieder vorbei sein könnte. In urbanen Regionen wie am Rhein müssen die Städte zu Schwammstädten umgebaut werden, damit aus einem „Warnschuss“ wie jetzt nicht auch am Rhein ein Katastrophenhochwasser wird.

Für Rückfragen:

Sabine Yacoub

Landesvorsitzende

BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)

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