Als Ausdruck einer verfehlten Energiepolitik sehen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz und der AK Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die Notwendigkeit für ein Wärmemodell für den Rhein: Bei den großen Kohle- und Atomkraftwerken am Rhein und seinen Nebenflüssen gehen 60 Prozent der eingesetzten Primärenergie als Abwärme verloren. Die Abwärme wird über Kühltürme in die Atmosphäre abgeführt – oder eben in den Rhein gepumpt. Im Durschnitt ist die Wassertemperatur im Rhein heute um bis zu mehr als zwei Grad höher als vor 100 Jahren. Mindestens 1 Grad ist auf die Abwärmeeinleitungen der Kraftwerke und der Industrie zurückzuführen. Ein Grad wird dem Klimawandel zugeschrieben. Bereits das Abschalten der Atomkraftwerke Biblis, Phillipsburg und Neckarwestheim I haben zu einer gewissen Entlastung beigetragen. Dieser Kurs muss fortgesetzt werden.

Nach Überzeugung der Umweltverbände ist eine Dezentralisierung der Strom- und Wärmebereitstellung über hoch effiziente Blockheizkraftwerke erforderlich. Bei der Kraft-Wärmekopplung wird die Primärenergie zu 90 Prozent genutzt. Die fossil-atomaren Kraftwerke müssen auch zu Gunsten der Rheinökologie möglichst schnell abgeschaltet werden. Vorrangig betrifft dies das älteste französische Atomkraftwerk: Die beiden Reaktorblöcke in Fessenheim leiten mangels Kühltürmen ihre gesamte Abwärme in den Rheinseitenkanal ein. Fessenheim funktioniert wie ein gigantischer „Rhein-Tauchsieder“ und ist mit über 4000 MW Abwärmeeinleitung der mit Abstand größte Aufheizer am Rhein.

Für Rückfragen:

Harry Neuman, BUND-Landesvorsitzender: 02626-926441 oder 01577-95 75 158
Sabine Yacoub, BUND-Landesgeschäftsführerin: 06131-62706-0 oder 0174-9971892

Dr. Jörg Lange (Limnologe), Ak Wasser im BBU, Tel.: 0761/4568 7153 (36)