Mainz. Kein Haustier lieben die Deutschen so wie ihre Stubentiger. Rund 14,8 Millionen Katzen wohnen in deutschen Haushalten. Was viele nicht wissen: Von ihrer wilden Verwandten, der Europäischen Wildkatze, gibt es nur rund 6.000 bis 8.000 Tiere, so Schätzungen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). In Rheinland-Pfalz durchstreift ein großer Teil davon die heimischen Wälder. Deswegen hat Rheinland-Pfalz auch eine besondere Verantwortung gegenüber des „kleinen Tigers Deutschlands“.

 

„Besonders in den letzten Monaten erreichten uns häufiger als sonst Hinweise auf mögliche Wildkatzen“, so Ines Leonhardt, Wildtierexpertin des BUND. „Das kann auch damit zusammenhängen, dass in der Corona-Zeit mehr Menschen die Zeit zum Spazierengehen und Wandern in ihren Regionen genutzt haben. Bei vielen Hinweisen gehen wir davon aus, dass es sich tatsächlich um echte Wildkatzen handelte.“

 

Hauskatze oder Wildkatze?

Während die Hauskatze von der Falbkatze abstammt und erst mit den Römern nach Europa kam, ist die Wildkatze eine echte Ureinwohnerin unserer Wälder. Doch trotz der unterschiedlichen Abstammung ist es selbst für Fachleute nicht immer leicht, die Wildkatze von einer graugetigerten Hauskatze zu unterscheiden. „Die wichtigsten Merkmale der Wildkatze sind ihr verwaschen gezeichnetes braun-graues Fell und der buschige Schwanz mit einer schwarzen abgerundeten Spitze und dunklen Ringen“, so Ines Leonhardt. „Gerade die jungen Kätzchen sehen unseren Hauskatzen aber zum Verwechseln ähnlich.“

Heimisch ist die Wildkatze nicht nur in Rheinland-Pfalz. Neben den Wäldern Mittel- und Süddeutschlands, konnte der BUND sie in den letzten Jahren auch schon südlich von Berlin und in der Lüneburger Heide nachweisen. Dass sich die Bestände der Wildkatze langsam wieder erholen, ist ein großer Erfolg, zu dem auch das „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND beigetragen hat. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der Naturschutzverband bundesweit für den Schutz der Europäischen Wildkatze.

Den scheuen Jägerinnen macht besonders die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und große Ackerflächen zu schaffen. Um ihr und vielen anderen Arten zu helfen, braucht es ein Netz verbundener Lebensräume sowie viel mehr Grünbrücken und andere Querungsmöglichkeiten über Straßen.

Der BUND Rheinland-Pfalz e.V. führt das Projekt „Totfundmonitoring Wildkatze“ durch, um Gefährdungen, wie z.B. Unfallschwerpunkte zu identifizieren und zu entschärfen. Tot aufgefundene wildfarbene Katzen können dem BUND Rheinland-Pfalz gemeldet werden.

Hinweis: Sie glauben eine tote Wildkatze gesehen zu haben? Melden Sie das Tier untewildkatzenfund@wildkatze-rlp.de

 

Hintergrund zum Projekt „Totfundmonitoring Wildkatze“

Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen Naturschützerinnen und Naturschützer die Entwicklung der Bestände und engagieren sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze durch Pflanzungen von Waldverbindungen („Grüne Korridore“). Gleichzeitig untersucht der BUND auch langfristig die Verbreitung der Wildkatze.

Seit 2018 führt der BUND Rheinland-Pfalz e.V. ein landesweites Totfundmonitoring durch, um grundlegende Daten zu den faszinierenden Tieren zu sammeln. Das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz fördert das Monitoring, die fachliche Leitung liegt beim Landesamt für Umwelt.

Die dem BUND gemeldeten Tiere werden unter Einhaltung der artenschutz- und jagdrechtlichen Regelungen von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern geborgen und an eine der landesweit eingerichteten Sammelstellen gebracht. Von hier aus werden die Tiere an wissenschaftliche Einrichtungen weitergeleitet, die umfangreiche Untersuchungen durchführen.

Auf diese Weise konnten bereits über 200 tote Katzen geborgen werden. Die wissenschaftlichen Untersuchungen werden bis Ende des Jahres abgeschlossen. Bisher konnte ein großer Teil der Tiere als Wildkatzen identifiziert werden – unter den bereits untersuchten 100 Tieren waren nur drei Hauskatzen. Ein Großteil der tot aufgefundenen Wildkatzen ist im Straßenverkehr verunfallt.

 

Hintergrundinfos zu Wildkatze:

https://www.bund-rlp.de/wildkatze/

www.bund.net/wild-oder-hauskatze

www.bund.net/wildkatze

 

Infos zum Projekt „Totfundmontoring Wildkatze“

www.wildkatze-rlp.de

 

Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:
www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

Kontakt:

Ines Leonhardt, Projektleitung Wildkatze und Gartenschläfer, BUND Rheinland-Pfalz, 06131 – 62706 – 32, Ines.Leonhardt(at)bund-rlp.de

Mira Stockmann, Naturschutzreferat, BUND Rheinland-Pfalz, Tel. 06131 – 62706 – 23, Mira.Stockmann(at)bund-rlp.de

 

 

Sabine Yacoub

Landesvorsitzende

BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)

Landesgeschäftsstelle Rheinland-Pfalz

Hindenburgplatz 3

55118 Mainz

Mobil: 0174-9971892

Telefax: 06131 62706-66

 

sabine.yacoub@bund-rlp.de

www.bund-rlp.de

www.facebook.com/BUND-Landesverband-Rheinland-Pfalz-166105763416648

 

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